Tarifvertrag ig chemie kurzarbeit

2. April 2015Die deutsche Tochtergesellschaft IG BCE und der Chemiearbeitgeberverband haben nach einer langen vierten Abschlusssitzung am 26./27. März in Stuttgart einen branchenweiten Tarifvertrag für die chemische Industrie abgeschlossen. Der DGB hat einen Überblick über Vereinbarungen und Maßnahmen der deutschen Gewerkschaften zur Corona-Krise veröffentlicht: Probleme sind durch den demografischen Wandel entstanden, der zu einer überalterten Bevölkerung geführt hat, in der ältere Arbeitnehmer nicht ohne weiteres durch junge Menschen ersetzt werden können. Die Sozialpartner verhandeln über Themen wie die Bereitstellung gering qualifizierter und qualifizierter Arbeitsplätze sowie flexible Arbeitszeitmodelle, die die Altersstruktur und den demografischen Wandel berücksichtigen. Es handelt sich um einen speziellen Fonds in der deutschen Chemischen Industrie, der Vorruhestandsregelungen, Teilzeitarbeit, langfristige Arbeitszeitkonten und andere Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels in dieser Branche erleichtert. Die Arbeitgeber zahlen nun 750 € (gegenüber 338 €) pro Jahr und Arbeitnehmer in diesen Fonds, was einer zusätzlichen Lohnerhöhung von 0,9 % entspricht. Laut einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Wirtschaftsforschung Köln (Institut der deutschen Wirtschaft Köln, IW Köln) haben fast vier von zehn Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe und in der angeschlossenen Industrie eine Art variables Zahlungssystem eingeführt (siehe Tabelle 1). Diese sind entweder an die Gewinne des gesamten Unternehmens gekoppelt oder beziehen sich auf die Leistung eines einzelnen Mitarbeiters oder einer Gruppe von Arbeitnehmern. In einem Viertel der Unternehmen wurde ein Gewinnbeteiligungssystem eingeführt. Der Anteil ist etwas höher, wenn man nur das verarbeitende Gewerbe berücksichtigt (26,9%) und die angeschlossenen Branchen wie Bau wesenswesen oder Transport, Lagerung und Kommunikation werden ignoriert.

Der Unterschied zwischen dem Anteil an den angeschlossenen Industrien und dem Unterschied ohne sie ist jedoch vernachlässigbar. Der Abschluss dieses Abkommens war ein langwieriger Prozess, bei dem Die Menschen auf die Straße gingen, um ihre Unterstützung für die IG BCE zu zeigen. IndustriALL beglückwünscht den neuen Tarifvertrag, der das Ergebnis solider Arbeitsbeziehungen ist. Mehrarbeitgeber-Tarifverträge betreffen im Allgemeinen keine Bonussysteme oder Bewertungssysteme, die auf der Individuellen- oder Konzernleistung basieren. In ausgewählten Dienstleistungsbranchen wie dem Geschäftsbankensektor und dem genossenschaftlichen Bankensektor können bis zu 8 % des individuellen Jahresgehalts auf individuelle oder gruppenbasierte Kriterien (DE0608029I) angewiesen sein. Darüber hinaus ermöglicht eine Vereinbarung (die sogenannte Phoenix-Vereinbarung, DE0604029I) zwischen dem Arbeitgeberverband der metallverarbeitenden Industrie in Ostdeutschland (Ostmetall) und der Christlichen Gewerkschaft Metall (CGM) eine Erhöhung des Grundlohns um bis zu 20 % je nach Leistung des einzelnen Arbeitnehmers. In Bezug auf die verschiedenen Arten von VPS hat die Bedeutung von Akkordsystemen abgenommen und/oder wird im Vergleich zu anderen Modi wie Gewinnbeteiligung, Bewertungssystemen oder Boni auf der Grundlage anderer individueller oder Gruppenleistungskriterien weiter abnehmen. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die von einer tayloristischen Arbeitsorganisation zu einem ganzheitlicheren Typ „Flattening of Hierarchien“, „Implementierung von hochleistungsstarken Arbeitssystemen“ usw. übergegangen sind.

Laut einer Analyse, die auf einer Umfrage von 2003 unter Unternehmen im Bankensektor basiert, dient VPS hauptsächlich als Anreizinstrument (siehe Böhmer 2006). Ein Anteil von 80 % oder mehr der antwortenden Unternehmen gab an, dass die VPS den Aufwand und die Motivation der Mitarbeiter erhöhen wolle. Dieses Ergebnis entspricht den Ergebnissen der IW-Erhebung im verarbeitenden Gewerbe. Fast 85 % der Unternehmen mit einer Gewinnbeteiligungsregelung nannten Gründe, die auf die Kategorie „Anreiz“ zurückgeführt werden können (siehe Lesch/Stettes 2008).